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aHIMMELHOCH & ABGRUNDTIEF - FASZINATION BERGFILM

RegieHans-Jürgen Panitz und Matthias Fanck
BuchHans-Jürgen Panitz und Matthias Fanck
MusikYullwin Mak
KameraMartin Angres / Leo Dickinson / Peter Latzko / Hubert Schönegger
Laufzeitca 57 min
LandDeutschland
Jahr2008
Farbecolor

Veranlassung zu dieser Dokumentation ist der Spielfilm „NORDWAND“ von Philipp Stölzl, der im Spätherbst 2008 Premiere in den deutschen Kinos hat.  Neben der Matterhorn-Nordwand, der Grandes Jorasses-Nordwand und später dann auch an den Drei Zinnen gerät vor allem die berühmt/berüchtigte Eiger-Nordwand immer wieder in den Fokus der Filmemacher. Gerhard Baur dreht Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts seine Rekonstruktion „Der Weg ist das Ziel – Die Eigernordwandtragödie“ 1936. Ihm gelingt damit ein vielfach preisgekröntes, authentisches und eindringliches Doku-Drama über den tragischen Tod von vier Bergsteigern in der Mordwand. Wenig später folgt der bekannte englische Abenteuerfilmer Leo Dickinson mit einer weiteren Dokumentation „Eiger Solo“. Der Walliser Eric Jones durchsteigt im Alleingang die Eigernordwand. Unterschnitten ist sein Solo mit Szenen von Unglücksfällen die sich am Eiger abgespielt haben. 10 Jahre zuvor dreht Dickinson bei extremen Wetterverhältnissen eine Winterdurchsteigung der Matterhorn-Nordwand

Nun hat Philipp Stölzl, ein Regisseur der bislang mit Operninszenierungen und vor allem mit Music-Clips auch international von sich reden machte in einer realitätsnahen Inszenierung seinen Film „NORDWAND“ als aufwändiges Fiction-Drama nach europäischen Maßstäben und den von Arnold Fanck und Luis Trenker begründeten Grundsätzen des dokumentarischen Realismus gedreht. Dabei verzichtet er wohltuend auf alle Übertreibungen und Computeranimationen mit denen sich insbesondere U.S. amerikanische Produktionen in aller Regel in diesem Genre hervor tun.

In einer historisch/gegenwartsnahen Betrachtung der drei großen Wände, Matterhorn, Eiger und Grandes Jorasses, die bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als die letzten Probleme der Alpen galten, befaßt sich dieses Feature vor allem mit den Filmen die in den drei Wänden entstanden sind. Darüber hinaus wird in einem Essay die spannende Chronologie die 100-jährige Geschichte des Genres Bergfilm mit Konzentration auf die europäischen Alpen beleuchtet Dessen Wurzeln reichen zurück bis 1901 bzw. 1906 am Matterhorn und am Mont Blanc. Gedreht werden zunächst Dokumentarfilme. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts dann aber auch dramatische Spielfilme wie „Der Berg des Schicksals“ „Der Berg ruft“ oder „Stürme über dem Mont Blanc“. Als Protagonist klassischer Bergdramen gilt der Regisseur
Dr. Arnold Fanck, der neben seinen Entdeckungen Luis Trenker und Leni Riefenstahl auch die berühmte Freiburger Kameraschule begründet und dort die besten deutschen Kameramänner vor dem 2. Weltkrieg hervorbringt.  Nach dem Niedergang des Bergfilms zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, sind die Franzosen die ersten die in den 50er Jahren sich aufmachen zu neuen Ufern. Allen voran die Avantgarde des französischen Bergfilms Gaston Rebuffat, Marcel Ichac und Lionel Terray.

In der jüngsten Gegenwart hat nach „AM LIMIT“, von Pepe Dankwart mit den Huberbuam, auch „NORDWAND“ das Zeug dazu einmal mehr an frühere europäische Erfolge des Bergfilms anzuknüpfen. Zu den großen Wänden, sowie den Filmen die dort entstanden sind befragen wir unter anderem Filmemacher, Darsteller und Chronisten wie Jean Afanassieff, Gerhard Baur, Lothar Brandler, Catherine Destivelle, Leo Dickinson, Kurt Diemberger, Matthias Fanck, Alexander Huber, Philipp Stölzl, aber auch Willy Bogner, der in bester Manier nach Fanck, mit seinen atemberaubenden Aufnahmen und Tricks auf Skiern Millionen Zuschauer begeistert. Ausschnitte aus über 40 Dokumentar- und Spielfilme, sowie entsprechende Landschaftsaufnahmen illustrieren die Interviews. Weitere Statements bekannter und berühmter Regisseure und Alpinisten (Archivmaterial) ergänzen bzw. bereichern die Aussagen unserer Protagonisten.